Zielsetzung
Mit dem vom EWB gebauten Funktionsmuster soll eine wirtschaftliche Möglichkeit zur dezentralen und nachhaltigen Stromproduktion aufgezeigt werden. Das EWB möchte mit dieser Aktivität einen Impuls auslösen.
System Schwimmendes Wasserkraftwerk
Die Idee, die Energie des strömenden Flusses zu nutzen ist uralt und wurde im 18. und 19. Jahrhundert im Bereich schwimmender Mühlen in ganz Europa praktiziert. Das Schwimmende Flusskraftwerk ist eine kleine schwimmende Einheit, die auf jedem beliebigen Fluss mit einer Strömungsgeschwindigkeit von mehr als 3 Meter pro Sekunde eingesetzt werden kann. Dadurch, dass diese Einrichtung nicht fix in den Fluss eingebaut wird, erhält man eine hohe Flexibilität, die sich besonders auf die Schonung des Flusses in Hinsicht auf seine Flora und Fauna positiv auswirken wird.
Damit eine Idee zu einem Produkt wird, ist die Wirtschaftlichkeit eine zentrale Voraussetzung. Mit der zurzeit sich in Vernehmlassung befindlichen Energie-Verordnung EnV ist mit einer Einspeisevergütung von bis zu 30 Rp/kWh zu rechnen, was die Wirtschaftlichkeit des Systems massiv erhöht.
Wie funktioniert das Schwimmende Flusskraftwerk?
Mit einem speziellen Wasserrad, das die Firma Lippuner EMT Grabs nach den Plänen des EWB gebaut und finanziert hat, wird die Strömungsenergie des Wassers in eine Drehbewegung umgeformt. Das Wasserrad hat einen Durchmesser von 1,8 Meter und eine Länge von ebenfalls 1,8 Meter. Die Schaufeln, die mit Hilfe eines Mathematikprogramms in ihrer Form und Lage optimiert wurden, tauchen maximal 60 cm ins Wasser ein. Über ein dreistufiges Zahnriemengetriebe wird die Drehbewegung auf eine höhere Drehzahl angehoben und auf einen 16 kW Generator geführt. Der Generator erzeugt eine drehzahlunabhängige Gleichspannung. Die erzeugte elektrische Energie wird anschliessend über einen Wechselrichter ins Stromnetz eingespiesen (gleiches Prinzip wie bei einer netzgeführten Photovoltaikanlage).
Aktueller Stand
Das Funktionsmuster des Schwimmenden Flusskraftwerks des EWB ist nicht schwimmfähig, hat aber sämtliche Komponenten eins zu eins aufgebaut, so dass man anhand dieses Funktionsmusters klare Aussagen zur Leistung und Wirkungsweise dieses Kleinkraftwerks machen kann.
Da Wasser eine grosse Kraft besitzt, werden die ersten Versuche noch nicht im Zielgewässer, dem Rhein gemacht, sondern im wesentlich sanfteren Werdenberger Binnenkanal. Es wird bei Fliessgeschwindigkeiten von 3m/s mit einer Leistung von 3 bis 4 kW gerechnet.